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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Marbach

Ein gravierendes Ereignis in der Geschichte der Stadt Marbach ist der verheerende Brand in der Nacht auf den 28. Juli 1693, durch den die Stadt nahezu vollständig zerstört wurde. Damals wurden Brände hauptsächlich durch das Bilden von Eimerketten gelöscht. Zwar wurde bei dieser größten Brandkatastrophe in der Stadtgeschichte bereits eine Feuerspritze eingesetzt, jedoch konnte auch damit eine Brandausbreitung nicht verhindert werden. Es existierte bereits eine Feuerordnung, aber kein organisiertes Feuerlöschwesen.


Gründung der Feuerwehr Marbach

1860 fanden die ersten Gespräche über die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr statt. Anlass könnte der Brand der Furnier- und Schleifmühle am Neckarufer 1857 gewesen sein.70 Freiwillige meldeten sich und Friedrich Cleß wurde am 31. März 1860 bereits vor der offiziellen Gründung zum Kommandanten gewählt. Es dauerte noch zwei Jahre, bis die Feuerwehr gegründet wurde, denn die Stadt konnte die für eine Grundausstattung der Feuerwehr benötigten 1000 Gulden noch nicht aufbringen. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am 16. September 1862 einstimmig, eine „Feuerwehr […], als Freiwilliges Institut ins Leben [zu] rufen“, wie im heute noch erhaltenen Protokoll nachzulesen ist.

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Protokoll der Gemeinderatssitzung am 16. September 1862, in der die Feuerwehr Marbach
gegründet wurde

Ein Jahr nach der Gründung wurde das Rathaus zum neuen Domizil der 180 Mann starken Marbacher Feuerwehr und blieb es für über 100 Jahre. Am 14. August 1863 musste die Wehr zu ihrem ersten Einsatz ausrücken. Im Nachbarort Benningen war ein Feuer ausgebrochen. Alarmiert wurde damals durch das Läuten der Glocken der Stadtkirche, des Rathauses und des oberen Torturms.

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Im Rathaus in der Marktstraße war die Feuerwehr von 1863 bis 1967 untergebracht


Feuerlöschwesen in Rielingshausen

Rielingshausen, heute ein Ortsteil von Marbach, war früher noch eine eigenständige Gemeinde. Dort wurde 1833 eine Feuerspritze angeschafft. Ab 1863 wurden auch in Rielingshausen erste Gespräche über die Gründung einer Feuerwehr geführt. Der Gemeinderat entschied, die Gründung zu verschieben und bis dahin auf die Wehren in den Nachbargemeinden zu setzen. Ein genaues Gründungsdatum der Feuerwehr Rielingshausen ist nicht mehr festzustellen.

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Das älteste Mannschaftsbild der Feuerwehr Marbach aus dem Jahr 1872 oder 1873

Die am 7. Juni 1885 in Württemberg erlassene Landesfeuerlöschordnung schrieb vor, dass alle Feuerwehren, so auch in Marbach und Rielingshausen, in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt werden mussten.

Die Stadt Marbach schaffte 1886 eine handbetriebene, auf einem Pferdewagen montierte Pumpe an. Der Wasserstrahl dieser so genannten Saugfeuerspritze soll angeblich höher als der obere Torturm, also knapp 40 Meter, gewesen sein. Eine wesentliche Verbesserung des Löschwesens brachte die 1895 in Betrieb genommene Wasserleitung. 1911 konnte eine zweirädrige mechanische Leiter mit einer Steighöhe von 12 Metern angeschafft werden.

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Die Steigerkompanie und die mechanische
Leiter auf einer Postkarte zum 50-jährigen
Jubiläum der Feuerwehr Marbach 1912,
aufgenommen in der Niklastorstraße
Ortsfeuerlöschordnung und Satzung der
Feuerwehr Marbach von 1912/1913

Nachdem man erkannt hatte, dass die Pflichtfeuerwehr nicht mehr die optimale Organisationsform darstellte, erfolgte zum 1. April 1912 die Umstrukturierung zurück zur Freiwilligen Feuerwehr Marbach. Eine Ortsfeuerlöschordnung sowie eine Satzung der Feuerwehr Marbach wurden bald darauf erlassen.

Zu Beginn der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde in Marbach ein Spielmannszug der Feuerwehr gegründet. Dieser bestand in den Jahren 1933 bis 1938 aus 13 Mann. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Spielmannszug nicht mehr fortgeführt.


Erste Motorspritze in Marbach

1923 bekam die Marbacher Feuerwehr ihre erste Motorspritze, die heute im Foyer der Feuerwache steht. Die von einem Benzinmotor angetriebene Pumpe konnte bis zu 800 Liter Wasser in der Minute fördern. Auf dem Weg zu Einsätzen musste die Motorspritze noch von Pferden gezogen werden. An der Einsatzstelle angekommen, übernahm dann der Motor die Kräfte zehrende Arbeit des Pumpens.

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Die Motorspritze von 1923

Die Feuerwehr Rielingshausen wurde bis 1928 immer noch als Pflichtfeuerwehr geführt. Dies änderte sich erst durch die von Bürgermeister Hermann Trefz durchgeführte Neuorganisation als freiwillige Feuerwehr.


Entwicklungen in Siegelhausen

In Siegelhausen, dieser Ort gehörte bereits damals zu Marbach, gab es bis 1896 keine eigene Feuerwehr. Erst am 27. März 1896 wurde die alte Feuerspritze der Feuerwehr Marbach nach Siegelhausen abgegeben. Jedoch gab es bis 1928 nur einen unzureichenden Schuppen zum Unterstellen der Spritze. Damals wurde ein neuer Schuppen als Spritzenhaus errichtet. Dieser dient noch heute zum Unterstellen der Feuerwehrausrüstung in Siegelhausen.

Ab 1932 hielt die Motorisierung Einzug bei der Feuerwehr Marbach: Die neue Magirus Autospritze wurde beschafft. Das 14 000 Reichsmark teure Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 15 hatte eine Pumpenleistung von 1500 Liter Wasser in der Minute. Die Personalstärke der Freiwilligen Feuerwehr Marbach im Jahr 1936 lag bei 89 Mann. Im Jahr 1939 wurde zur Alarmierung eine Weckerlinie eingerichtet. Hierbei wurde in den Häusern der einzelnen Feuerwehrmänner ein Wecker installiert, der bei Alarm schrillte.

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Einsatzbereite Mannschaft mit der Autospritze

Die Mannschaftsstärke der Feuerwehr Marbach verringerte sich nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs durch die Einberufung junger Feuerwehrmänner zur Wehrmacht. Nach den Kriegsjahren stand die Feuerwehr vor der schwierigen Aufgabe einer Neuorganisation. Die Amerikaner genehmigten zwar den Aufbau einer Feuerwehr, jedoch wurden alle Aktivitäten streng überwacht. Die Situation in Rielingshausen war nicht anders.

Der Kreisfeuerwehrverband Ludwigsburg wurde am 2. August 1952 in Marbach gegründet und besteht bis heute. 1962 konnte das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr Marbach in Verbindung mit einem Kreisfeuerwehrtag gefeiert werden.

Den 44 Feuerwehrmännern in Rielingshausen konnte 1963 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug übergeben werden.

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Tragkraftspritzenfahrzeug und –anhänger der Feuerwehr Rielingshausen


Feuerwache in der Steinerstraße

Die Unterbringung der Feuerwehr Marbach im Rathaus war schon lange nicht mehr zeitgemäß. Die Schläuche wurden nach Einsätzen oder Übungen zum Trocknen im Treppenhaus des Rathauses aufgehängt. Dies bereitete natürlich viel Ärger. Um dem Platzmangel im Rathaus ein Ende zu setzen, wurden jahrelang Grundstücke und Gebäude in der Stadt auf ihre Eignung als Feuerwache geprüft. Am 18. November 1967 konnte die Feuerwehr Marbach dann endlich eine als Feuerwehrgerätehaus umgebaute Werkstatt in der Steinerstraße beziehen.

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Die Einsatzfahrzeuge vor der Feuerwache in der Steinerstraße


1969 wurde die Altersabteilung in die Satzung der Marbacher Feuerwehr aufgenommen. Bei der Gründung bestand sie aus 18 Mitgliedern aller Abteilungen.


Eingemeindung von Rielingshausen

Mit der Eingemeindung des Ortes Rielingshausen im Jahr 1972 wurde die Rielingshäuser Feuerwehr mit ihren 37 Mitgliedern an die Marbacher Feuerwehr angegliedert. Seit dem 2. Februar 1973 wird die Freiwillige Feuerwehr Rielingshausen als Abteilung II der Feuerwehr Marbach geführt. Der ehemalige Farrenstall, in dem die Stadt Tiere hielt, wurde zum modernen Feuerwehrgerätehaus umgebaut und am 16. Februar 1974 feierlich eingeweiht.

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Das Gerätehaus der Abteilung Rielingshausen

Einer der größten Einsätze in der Geschichte der Feuerwehr Marbach ereignete sich am 16. Oktober 1974. Durch eine Gasexplosion stürzte ein Haus in der Schwabstraße ein und beschädigte die umstehenden Häuser. Die Erschütterung war im ganzen Stadtgebiet zu spüren. Eine Person wurde bei dem Unfall getötet, vier weitere wurden verletzt. Die Trümmer des Hauses wurden von der Feuerwehr bei der Suche nach Vermissten von Hand abgetragen.

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Feuerwehrmänner suchen in den Trümmern des nach der Gasexplosion komplett zerstörten Hauses
nach Vermissten


Frauen bei der Feuerwehr

Erstmalig im ganzen Landkreis Ludwigsburg traten ab 1980 in Marbach auch Frauen der Feuerwehr bei. Nach der erfolgreichen Grundausbildung unterstützten die fünf Damen die Feuerwehr genau so wie ihre männlichen Kollegen.

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Kommandant Siegfried Roth gratuliert den fünf Frauen nach der erfolgreich absolvierten
Grundausbildung Foto: LKZ

1980 gab es erste Kontakte zur Feuerwehr der bayerischen Stadt Hagenheim. Daraus entwickelten sich bis heute persönliche Freundschaften und eine Partnerschaft der beiden Feuerwehren.

1988 wurde die Städtepartnerschaft zwischen L'Isle-Adam, das 30 Kilometer nördlich von der französischen Hauptstadt Paris liegt, und Marbach begründet. Bereits fünf Jahre zuvor begann die Freundschaft der Feuerwehren beider Städte.

Am 1. Januar 1989 wurde die Jugendfeuerwehr offiziell gegründet, um junge Leute für die Arbeit in der Feuerwehr zu begeistern.

Der Partnerschaftsvertrag zur Städtepartnerschaft zwischen dem amerikanischen Washington/Missouri und Marbach wurde am 12. November 1990 von den Bürgermeistern beider Städte unterschrieben. Mit dabei waren auch Feuerwehrkollegen aus Amerika mit ihrem Kommandanten Bill Halmich. Seither finden in regelmäßigen Abständen gegenseitige Besuche statt.


Neue Feuerwache in der Washingtonstraße

Nach mehrjähriger Vorbereitung entschied man sich 1991 für ein Grundstück am Ortsausgang von Marbach in Richtung Poppenweiler als Standort der neuen Feuerwache. Im darauf folgenden Jahr wurde der Neubau in Auftrag gegeben. Wegen der schlechten finanziellen Lage der Stadt mussten die Bauarbeiten allerdings verschoben werden. Der erste Spatenstich der neuen Feuerwache fand am 14. Juni 1996 statt. Bereits nach neun Monaten Bauzeit konnte am 14. März 1997 die Einweihung des neuen Gebäudes gefeiert werden.

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Die Marbacher Feuerwache in der Washingtonstraße

Zwei Großbrände, bei denen eine Lagerhalle und eine Fabrikationshalle des Kunststoffherstellers BBP vollständig zerstört wurden, beschäftigten die Feuerwehr im Jahr 1994. Bei beiden Einsätzen entstand Millionenschaden.

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Beim Großbrand in der Firma BBP stand eine hohe Rauchsäule über Marbach


Firma Hainbuch - Partner der Feuerwehr

Als erster Betrieb im Landkreis Ludwigsburg wurde der Marbacher Spannmittelhersteller Hainbuch 2001 als „Partner der Feuerwehr“ ausgezeichnet. Seit 2001 beschäftigt die Firma Hainbuch so viele Feuerwehrmänner, dass der Feuerwehr Marbach hierdurch tagsüber fast eine komplette Löschgruppe zusätzlich zur Verfügung steht.

Die Internetseite der Feuerwehr Marbach ging am 17. Juni 2002 zum ersten Mal online.

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Der erste Besucher auf der Internetseite der Feuerwehr Marbach

Bei einem Gasalarm in Marbach-Süd am 22. Oktober 2004 wurden aus Sicherheitsgründen 300 Anwohner in die Feuerwache evakuiert und dort betreut. Wegen eines Lecks an einer Erdgasleitung strömte Gas ungehindert aus. Durch das umsichtige Verhalten der Einsatzkräfte wurde niemand verletzt.

Zum Ende des Jahres 2012 waren in der Abteilung Stadt 5 Feuerwehrfrauen und 72 Feuerwehrmänner aktiv. Die Personalstärke der Abteilung Rielingshausen betrug 43, wobei die Mannschaft von einer Frau unterstützt wird. In Siegelhausen versahen sieben Angehörige der Feuerwehr ihren Dienst. Die Jugendfeuerwehr zählte 29 Mitglieder, darunter sieben Mädchen. Die Altersabteilung bestand Ende 2011 aus 37 Personen.

Quellen:
  • Unterlagen aus dem Stadtarchiv Marbach
  • Unterlagen aus dem Archiv der Feuerwehr Marbach
  • Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Marbach
  • Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Marbach
  • Zeitungsbeilage zur Einweihung der neuen Feuerwache 1997
  • Tätigkeitsberichte der Feuerwehr Marbach von 1987-2012

Letzter Einsatz

15.11.2017  um 13:26 Uhr  
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